09.11.2009 / Ansichten / Seite 8

Deutscher November

Erinnerungspenetranz in Permanenz

Werner Pirker
Zwanzig Jahre nach dem Zusammenbruch des DDR-Grenzregimes ist das aus dem Kalten Krieg siegreich hervorgegangene kapitalistische System eifersüchtig darum bemüht, seine Deutungshoheit über die Geschichte zu behaupten. Der realen Tragödie folgt die virtuelle Jubiläumsinszenierung. Die Freiheit hat noch einmal ihren Siegesmarsch durch alle Kanäle anzutreten, auch um vergessen zu machen, daß die Freizügigkeiten für wenige mit dem sozialen Abstieg von vielen erkauft worden ist. Kaum daß die neuen Bundesbürger in den Genuß so­zialstaatlicher Leistungen kommen konnten, wurden diese auch schon wegreformiert. Die Freiheitsbewegung gegen den Sozialismus blieb nicht auf halbem Wege stehen.

Es ergibt sich aus der Komplexität, um nicht zu sagen der List der deutschen Geschichte, daß der Tag des – zum Jahrhundertereignis verklärten – »Mauerfalls« als Nationalfeiertag, jedenfalls als Tag der deutschen Einheit ungeeignet ist. Denn der 9. November hat nicht ...

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