07.11.2009 / Inland / Seite 4

Todestransporte mit Gewinn

Gutachten beziffert Einnahmen der Deutschen Reichsbahn durch Deportationen mit dreistelligem Millionenbetrag. Überlebende kritisieren Haltung des Nachfolgekonzerns

Claudia Wangerin
Die Massendeportationen während des Faschismus waren ein lukratives Geschäft: Einnahmen im heutigen Wert von 445 Millionen Euro hat die Deutsche Reichsbahn zwischen 1938 und 1945 mit dem Transport von Jüdinnen und Juden, Sinti, Roma und sogenannten Erbkranken in Konzentrationslager erzielt. Zu diesem Schluß kommt ein Gutachten, das der Verein »Zug der Erinnerung« am Freitag in Berlin vorgelegt hat. Damit werden die Gesamteinnahmen zum ersten Mal beziffert. Die Fahrtkosten ließ sich die Reichsbahn in zahlreichen Fällen von den Opfern bezahlen und durch die Gestapo eintreiben.

Bis heute ist das Unrecht nicht ansatzweise wieder gutgemacht. »Schuldner sind die deutschen Bundesministerien für Verkehr und Finanzen«, sagt der Publizist Hans-Rüdiger Minow vom »Zug der Erinnerung«. Obwohl die Bundesrepublik Deutschland juristische Erbin dieser Reichsbahn-Einnahmen ist, hat sie die abgepreßten Transportgelder nie bemessen lassen. Grundlagen der Berechnung des Vere...

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