23.10.2009 / Thema / Seite 10

Gewalt in Permanenz

Die EU und die »Afghanisierung« des Krieges

Sabine Lösing und Jürgen Wagner
Offensichtlich liebäugelt die SPD nach ihrem Wahldebakel für den nächsten Urnengang mit einem rot-rot-grünen Bündnis, weshalb sie nun der Linkspartei umso deutlicher ins Stammbuch schreibt, sie müsse hierfür jedoch erst »politikfähiger« werden. Erste Versuche einer Frontbegradigung sind bereits zu erkennen. Will man mitregieren, so scheint insbesondere die konsequente Haltung in der Kriegsfrage geschleift werden zu müssen: »Uns geht es nicht um einen sofortigen Abzug«, so ist inzwischen von einzelnen aus der Linkspartei über den Krieg in Afghanistan zu vernehmen: »Das wäre wie eine Flucht damals aus Vietnam.« (Spiegel online, 3.10.2009) Das einzige, was an einem solchen, ansonsten ziemlich verqueren Vergleich richtig ist, ist die Tatsache, daß schon damals versucht wurde, mittels einer »Vietnamisierung« des Krieges ein korruptes und verbrecherisches – aber pro-westliches – Regime an der Macht zu halten. Die Neuausrichtung der westlichen Afghan...

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