19.10.2009 / Feuilleton / Seite 12

Der Ton macht die Musik

Thilo Sarrazins Verachtung der Unterschichten ist alte SPD-Tradition

Hartmut Rübner
Die fremdenfeindlichen Äußerungen des höheren Bundesbankangestellten Thilo Sarrazin haben eine aufgeregte Mediendebatte über die migrantischen Unterschichten ausgelöst. Bestenfalls naiv oder vordergründig kann allerdings die dabei eingeforderte, angeblich berechtigte Thematisierung sozialer Verhaltensweisen anmuten. Als ob die Existenz von Großfamilien bestimmter Bevölkerungsteile automatisch populistische Ressentiments bedingen würde, die sich auf ein gesellschaftliches Potential jenseits des organisierten Rechtsextremismus stützen kann. Tenor: »Klar, recht hat er, auch wenn er an einigen Stellen seiner klugen historischen Reflexionen eine prekäre Wortwahl traf«, wie es Andrea Seibel aus Springers Welt herausposaunt.

»Deutsche Zustände«

In ihrer 2008 erschienenen repräsentativen Studie »Deutsche Zustände« haben die Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer und Jürgen Mansel nachgewiesen, daß abwertende Einstellungsmuster gegen ganz bestimmte Menschengruppe...

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