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12.10.2009 / Titel / Seite 1

Köhler lügt

Arnold Schölzel
Zu Blut hat der Bundeswehr-Reserveoffizier Horst Köhler aus unbekannten Gründen eine besondere Beziehung. Am Freitag hielt der Bundespräsident in Leipzig beim Festakt »20 Jahre Friedliche Revolution«, eine Rede, in der er u.a. über die Situation während der Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 in der sächsischen Metropole behauptete: »Vor der Stadt standen Panzer, die Bezirkspolizei hatte Anweisung, auf Befehl ohne Rücksicht zu schießen. Die Herzchirurgen der Karl-Marx-Universität wurden in der Behandlung von Schußwunden unterwiesen, und in der Leipziger Stadthalle wurden Blutplasma und Leichensäcke bereitgelegt.«

Am Wochenende bekam sogar der bundesdeutsche Qualitätsjournalismus mit, daß da jemand dick aufgetragen hatte. Nach Recherchen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) hieß es am Sonnabend in verschiedenen Medien, diese Darstellung sei nicht korrekt. Der Bundespräsident habe seine Angaben wahrscheinlich aus einem bekannten Buch, das teils falsche...

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