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21.09.2009 / Feuilleton / Seite 12

»Die Angst, was zu verlieren«

Über die antirussische Ideologie im Westen, den drohenden Rechtsruck und sein Engagement für die Linke. Gespräch mit dem Schriftsteller Wladimir Kaminer

Thomas Wagner
Wladimir Kaminer (geb. 1967 in Moskau) wurde mit dem Erzählband »Russendisko« bekannt. Seit 1990 lebt er in Berlin. Ende August erschien von ihm »Meine russischen Nachbarn«

In der BRD ist es Sitte, daß sich Schriftsteller im Wahlkampf für die SPD einspannen lassen: von Günter Grass bis Juli Zeh. Sie stellen sich im Wahlkampf an die Seite von Oskar Lafontaine, Sahra Wagenknecht und Katja Kipping. Warum engagieren Sie sich für die Linke?

In erster Linie ist das bei mir die Angst vor einem Rechtsruck, für den die Grundlagen heute alle da sind. Es gibt einen gewissen Wohlstand in einer Zeit der ökonomischen Rezession. Das Bürgertum hat Angst etwas zu verlieren. Die Geschichte hat gezeigt: Wenn das Bürgertum in einer solchen Situation vor der Wahl steht zwischen links und rechts, entscheidet es sich im Zweifelsfall immer für rechts. Damit das nicht passiert, braucht Deutschland eine Linke. Früher habe ich die Grünen unterstützt.

Warum heute nicht mehr?

Die grü...

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