18.09.2009 / Feminismus / Seite 15

»Literatur des Schweigens«

Die algerische Schriftstellerin Maïssa Bey liest beim Berliner Literaturfest aus ihrer Novelle »In allen Ehren«

Christine Belakhdar
Maïssa Bey, Jahrgang 1949, begann Mitte der 1990er Jahre zu schreiben. Ihr Bedürfnis, sich mitzuteilen, entsprang »einer Notwendigkeit, das Wort wie eine Fackel gegen die drohende Beschlagnahmung des öffentlichen Lebens« durch die Islamisten zu erheben, wie sie es in einem Interview mit der Zeitung El-Watan ausdrückte. In ihren in französischer Sprache verfaßten Novellen widmet sich die im algerischen Sidi Bel Abbès lebende Schriftstellerin den non-dits – den nicht gesagten Worten. Ein Novellenband, der demnächst in deutscher Übersetzung erscheint, trägt den Titel »Literatur des Schweigens«. Sie schreibt, weil sie mehr sein will als eine stumme, passive Zeugin im Angesicht einer Zeitgeschichte, deren Gewaltsamkeit all ihre Sinne herausfordert. So faßt sie in ihrem Roman »Pierre Sang Papier ou Cendre« (2008) 132 Jahre französischer Kolonialherrschaft in Algerien zusammen. Sie übernimmt den unschuldigen Blick eines Kindes, um den Leser zum Zeugen des ...

Artikel-Länge: 3078 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe