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12.09.2009 / Feuilleton / Seite 13

Nicht unsichtbar

Bildkörper, Körperpolitiken und soziale Gerechtigkeit: Die Grünen ignorieren ihren Rassismus im Wahlkampf

Matthias Mergl
Warum verschlägt es Bündnis90/DieGrünen plötzlich bei Gleichbehandlungspolitiken die politisch-mediale Sprache? Im Netz wird diskutiert. Zündstoff lieferte ein lokales Wahlplakat des Grünen-Kreisverbandes Kaarst aus dem zurückkliegenden NRW-Wahlkampf. Mit einer Warnung vorneweg: Ein Grundproblem der Antidiskriminierungspolitiken liegt darin, daß eine Beschreibung die Stereotype wiederholt.

Auf dem Plakat war ein schwarzer, jugendlich-weiblicher Po in nackter Gänze zu erblicken, den weiße, zartgliedrig-weibliche Hände mit rot-lackierten Nägeln umgreifen. Darüber stand auf grünem Hintergrund: »Der einzige Grund, schwarz zu wählen.«

Ausgehend von Sehgewohnheiten fällt die Übersetzung dieser kolonialrassistischen Urszene nicht schwer: Schwarze als exotische Lustobjekte für weiße Aktivitäten. Eine Genderanalyse ist ebenso klar: Nackte Weiblichkeit als spektakulärer Blickfang. Auch die Weiß-Schwarz-Hierarchisierung der zwei Frauen auf dem Bild ist inzwischen ...



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