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20.08.2009 / Thema / Seite 10

Akademische Bêtise

Hochschule. An der Universität Greifswald soll die »Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung« ­umbenannt werden. Dagegen regt sich Widerstand

Kurt Neuenburg
Als junge Lehrer fuhren meine Frau und ich mit dem Fahrrad in die LPG Sehma, weil im dortigen Kultur- und Speiseraum Lea Grundig zu einem Kunstgespräch eingeladen hatte. Auf dem Tisch lagen ihre Druckgrafiken und Zeichnungen, über die lebhaft diskutiert wurde.

Was uns jedoch am meisten interessierte, war ihre neunjährige Exilzeit in Palästina; dort waren neben dramatischen Landschaften u.a. ihre Zeichnungen zu den Folgen »Niemals wieder!« und »Im Tal des Todes« entstanden. Immer wieder betonte sie in ihrer freundlichen Art, für sie sei die Kunst kein Tempel, in den man ehrfürchtig eintritt, um zu staunen und zu vergessen, sondern sie komme aus den Widersprüchen des Lebens, dürfe nicht aus der Realität fliehen und müsse im Geist von Käthe Kollwitz in ihrer Zeit wirken. Mit Begeisterung erzählte sie von ihren Erlebnissen und Erfahrungen im Kibbuz. Für sie waren die Gemeinschaftlichkeit, das solidarische Miteinander, die Gleichheit unter Gleichen, die sinnv...

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