Der Schwarze Kanal
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05.08.2009 / Feuilleton / Seite 12

Im Zeitalter des Holzlöffels

Nazi und Nobelpreisträger: Vor 150 Jahren wurde Knut Hamsun geboren

André Weikard
Er verehrt Hitler und begeistert Benn. Er beschimpft Ibsen und haßt Amerika. Seine Romane haben antizivilisatorische Züge, und er ist ganz unverkennbar ein Autor der Moderne. Als Knut Hamsun sich am Ende seines Lebens vor Gericht gegen den Vorwurf verteidigen muß, er habe mit dem Naziregime kollaboriert, ruft er seine Romane in den Zeugenstand. Da habe er Hunderte Figuren beschrieben, die seien »gespalten und bruchstückhaft, nicht gut und nicht schlecht, sondern beides, launisch in ihrem Wesen und unberechenbar in ihren Handlungen.« Der Greis beschließt seinen Vortrag: »Und so bin zweifellos auch ich.«

Sein erster Roman, »Hunger« (1890), ist das feinsinnige Psychogramm eines erfolglosen Schriftstellers, ein Selbstporträt. Innerlich zerrissen zwischen aufbrausender Selbstüberschätzung und Erniedrigung streunt die Hauptfigur hungernd und obdachlos durch die ungerührte Großstadt Oslo. Wahn und Verzweiflung begleiten das Scheitern und werden mit einer Sprach...

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