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29.07.2009 / Ausland / Seite 8

»Mittlerweile ist bewiesen, daß Geheimdienste dabei waren«

Italiens Mafia hat gute Verbindungen zum Staat. Auf dessen Konto soll Mord an Staatsanwalt Paolo Borsellino gehen. Gespräch mit Francesco Forgione

Raoul Rigault
Francesco Forgione ist Professor für Soziologie. Von 1994 bis 2001 war er Regionalsekretär von Rifondazione Comunista in Sizilien und von 2006 bis 2008 Vorsitzender der Antimafiakommission des italienischen Parlaments. Heute gehört er dem linken Wahlbündnis Sinistra e Libertà (Linke und Freiheit) an

Vor wenigen Tagen hat der inhaftierte ehemalige Chef der sizilianischen Cosa Nostra, Totò Riina, erklärt, er sei es müde, »den Blitzableiter zu spielen«. Die Ermordung des Staatsanwaltes Paolo Borsellino und seiner Eskorte im Juli 1992 gehe auf das Konto staatlicher Stellen. Zu welchem Ergebnis ist die von Ihnen geleitete Antimafia­kommission seinerzeit gelangt?

Genau diese Angelegenheit war unser letzter Arbeitsschwerpunkt. Wir haben den Inlandsgeheimdienst SISDE, der heute AISI heißt, aufgefordert, uns über die Anwesenheit von Geheimdienstagenten in der Via D’Amelio zu informieren, wo Borsellino und seine Leute durch die Autobombe getötet wurden. Außer...

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