21.07.2009 / Betrieb & Gewerkschaft / Seite 15

Militanz zahlt sich aus

Französische Arbeiter erreichen mit Sprengdrohungen höhere Abfindungen. Bürgerliches Lager schäumt vor Wut, Gewerkschaftsführer sind ratlos

Raoul Rigault
So kommt man den Heißspornen nicht bei«, schäumte die Frankfurter Allgemeine in einem Kommentar ihrer Wochenendausgabe. Kurz zuvor hatten die seit drei Wochen streikenden Arbeiter des US-Tochterunternehmens JLG Industries im Departement Lot-et-Garonne im Südwesten Frankreichs höhere Abfindungen erzwungen. Und zwar mit der Drohung, vier der von ihnen hergestellten Hebebühnen im Gesamtwert von 270000 Euro zu sprengen (siehe jW vom 18./19. Juli). Die 53 vom Personalabbau betroffenen Beschäftigten (immerhin ein Drittel der Belegschaft) erhalten nun jeweils 30000 Euro. Das ist fast doppelt so viel wie die von der Geschäftsleitung angebotenen 16000 Euro, allerdings deutlich weniger als die ursprünglich geforderten 50000 Euro pro Kopf. Betriebsrat Christian Amadio zeigte sich dennoch zufrieden und bedauerte in einer Stellungnahme, daß der Konflikt derart eskaliert sei. Wenn das Management früher auf die Forderungen der Arbeiter eingegangen wäre, hätte es seines ...

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