19.06.2009 / Thema / Seite 10

Dritte Kraft in der Türkei

Hintergrund. Die islamische Bewegung des Predigers Fethullah Gülen kontrolliert Schlüsselpositionen in dem Land am Bosporus

Nick Brauns
Im Sommer 2008 führten die britische Zeitschrift Prospect und die US-amerikanische Foreign Policy ein Ranking nach den weltweit bedeutendsten Intellektuellen durch. Den ersten Platz belegte bei einer ungewöhnlich hohen Zahl von einer halben Million Abstimmenden ein bis dahin außerhalb der Türkei weithin unbekannter, in den USA lebender islamischer Prediger namens Fethullah Gülen. Dessen Anhänger hatten sich nach einem Aufruf in der Gülen nahestehenden auflagenstarken türkischen Tageszeitung Zaman massiv an der Abstimmung beteiligt. Als einen »außergewöhnlich talentierten Akademiker« wollte die US-Einwanderungsbehörde, bei der sich Gülen mit dieser Selbsteinschätzung 2008 um eine Greencard bewarb, den Prediger mit seiner abgebrochener Grundschulbildung freilich nicht gelten lassen. Vielmehr bezahle Gülen Akademiker dafür, über ihn und seine Bewegung zu berichten.1

Diesem Ziel diente offenkundig auch eine Ende Mai 2009 vom Institut für Religionswissenschaf...

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