02.06.2009 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Auf lange Krise eingestellt

Rußlands Wirtschaft muß sich auf längere Durststrecke einrichten. Die Devisenreserven schmelzen, und die Subsistenzlandwirtschaft lebt wieder auf

Tomasz Konicz
Rußlands Bevölkerung scheint sich auf eine lange und harte Wirtschaftskrise einzustellen. Im Frühjahr meldeten Medien eine um 30 Prozent gestiegene Nachfrage nach Gemüsesamen und Setzlingen, die in Hausgärten und rund um das Ferienhaus, die Datscha, gepflanzt werden. Es war diese Tradition kleinräumiger Subsistenzlandwirtschaft, die während der desaströsen Systemtransformation in den 90er Jahren Hungersnöte in der Russischen Föderation verhinderte. Während nahezu der gesamten Regentschaft von Präsident Boris Jelzin wurden Renten und Löhne oft mit Verspätung oder gar nicht gezahlt. Für Millionen Arbeiter, Angestellte und Rentner wurde folglich der Gemüsegarten vor der Datscha zu einer wichtigen Lebensmittelquelle.

Stärkere Rezession

Diese Tendenz zur »Naturalwirtschaft « in Krisenzeiten illustriert auch das Vorgehen des Rüstungsbetriebs Molot, dessen Arbeiter im April in Naturalien (Mehl, Nudeln, Zucker, Fleischkonserven und Speiseöl) ausgezahlt wurden. Da...

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