01.04.2009 / Thema / Seite 10

Ein Aprilscherz?

Vor 85 Jahren: Rechtswidrig mildes Urteil im Hitler-Prozeß

Manfred Weißbecker
Wer nach dem Putsch bayerischer Nazis vom 9. und 10.November 1923 erwartet hatte, die Hochverräter würden gemäß der Verfassung und den Gesetzen der Weimarer Republik, insbesondere im Sinne des 1922 verkündeten Gesetzes zum Schutz der Republik, bestraft und ein entsprechendes hartes Urteil erwarten, der wurde rasch eines Besseren belehrt – spätestens am 1.April 1924, als der Münchner Volksgerichtshof sein Urteil verkündete: Ludendorff wurde freigesprochen, Hitler und die anderen Angeklagten mit lächerlich geringen Haftstrafen bedacht, die sie noch dazu unter recht günstigen Bedingungen auf einer Festung absitzen sollten.

Doch wie kam es zu diesem Skandalurteil, wie wurde es gegenüber erstauntem Publikum begründet? Was verbarg sich hinter der Farce eines Gerichtsverfahrens? Wozu wurde die Zeit zwischen Putsch und »Urteil« genutzt? Welche Folgen gab es?

Eines zeigte sich ganz deutlich: Waren die ­NSDAP und ihre Führer zuvor gepäppelt und gefördert wo...



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