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31.03.2009 / Feuilleton / Seite 13

Eine persönliche Geschichte

Von der Vermessung der Gliedmaßen bis zur Vernichtung von Menschen: Die Ausstellung »Tödliche Medizin« in Berlin

Matthias Reichelt
Täter haben Gesichter. Ihre Lebensgeschichten sind oft, viel zu oft durch keinerlei Verurteilung getrübt. Sie leben ein »normales« Leben weiter, während ihre Opfer anonym bleiben. Dies gilt für viele Bereiche des NS-Terrors, insbesondere für Ärzte, Klinik- und Anstaltspersonal sowie die – meistens männlichen – Bürokraten, die über Leben oder Tod von Kranken, Alten, Behinderten entschieden. Im deutschen Faschismus wurden 210000 Menschen aufgrund ihrer geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankungen ermordet, an über 400000 Menschen wurden Zwangssterilisierungen vorgenommen. Da sind sie wieder, die unfaßbaren Zahlen, in denen Einzelschicksale untergehen.

Eine Ausstellung des Holocaust Museum in Washington von 2004 wird nun nach einer Station im Deutschen Hygiene Museum in Dresden (2006) im Jüdischen Museum in Berlin gezeigt, erweitert um konkrete Fallschilderungen. Damit wird ein in den 80er-Jahren vor allem durch Ernst Klees mutige Pionier...

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