16.03.2009 / Ausland / Seite 2

»Hunderte Lebensjahre haben wir zerstört«

Ex-US-Bewacher berichtet über Guantánamo: »Saalam aleikum« war der Höhepunkt der Ausbildung. Gespräch mit Chris Arendt

Frank Brendle
Chris Arendt war von 2001 bis 2007 bei der US-Nationalgarde und elf Monate lang als Gefangenenwärter auf dem US-Stützpunkt Guantánamo (Kuba) eingesetzt

Wieso sind Sie zur US-Nationalgarde gegangen?

Kurz vor meinem Abschluß an der Highschool kamen Offiziere vom Rekrutierungsbüro an die Schule und versprachen, 100 Prozent der Ausbildungskosten für das College zu übernehmen, wenn man zur Nationalgarde gehe. Ich war damals 17, meine Familie war extrem arm. Wir wohnten in einem Wohnwagen, waren »white trash« (weiße Unterschicht – d. Red.). Also habe ich mich für sechs Jahre verpflichtet.

Im Januar 2004 wurden Sie nach Guantánamo verlegt. Was waren Ihre Aufgaben?

Die ersten zwei Monate habe ich als Gefangenenwärter in den Blocks gearbeitet, ich war zuständig für die Lebensmittelausgabe. Ich habe dabei mit den Gefangenen über ihre Geschichte gesprochen, wo sie herkommen usw. Das führte dann zu meiner Ablösung. Die letzten acht Monate war ich in der Verwalt...

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