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18.02.2009 / Feuilleton / Seite 12

Der große Papiertiger

Karin Reschke hat mit ihrem Roman »Kalter Hund« eine ganz besondere Geschichte der Gefühle geschrieben

Barbara Bongartz
Rapmund war ein Schuft. Lissy, meine Mutter, hatte sich von ihm getrennt und geschieden bald nach dem Krieg. Die Gründe wurden mir verheimlicht. Er rückte zur Unperson auf … verurteilt im Namen des Volkes, an der Spitze die rotgeweinte Rächerin Lissy.« Bissig intoniert beginnt Rose, die Ich-Erzählerin in Karin Reschkes Roman, die lakonischen Nachrichten aus ihrem privaten Berlin. Der Roman kommt als »Kalter Hund« daher. Aber ist er das auch? Was er ist: eine persönliche Chronik der fünfziger Jahre aus einer ungewöhnlichen Perspektive, mit einer unvergleichlichen Stimme erzählt. Er ist durchsetzt von Spott, geleitet von einer scharfen Beobachtung und von unbestechlicher Eigenart. Zunächst wirken die kurzen Sätze fast spröde. Dann begreift man die Funktion der hingeworfenen Ironie. Die Klarsicht in Kurzform charakterisiert Rose, ihren Blickwinkel, ihre Stimmungslage, die Verwirrung des Mädchens.

Doch Vorsicht: Roses privates Berlin der Nachkriegszei...

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