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18.02.2009 / Inland / Seite 8

»Kochbuch ist Beleidigung für alle Hartz-IV-Bezieher«

Zwei Erwerbslose hatten eine Geschäftsidee: Sie sammelten Rezepte für Arme und wollen damit Geld verdienen. Gespräch mit Wolfgang Radner

Gitta Düperthal
Wolfgang Radner ist Hartz-IV-Berater in der Beratungsstelle der Partei Die Linke in Gelsenkirchen

Was halten Sie von dem neuen Kochbuch für Arme? Das heißt »Günstig und ausgewogen ernähren – entsprechend dem Regelsatz Hartz IV«, kostet 3,95 Euro und wurde von zwei Erwerbslosen verfaßt.

Zynischer geht es kaum noch, dieses Buch ist eine Beleidigung für alle, die von Hartz IV leben müssen. Es scheint so, daß man die Menschen mit solchen Machwerken daran gewöhnen will, daß sie nur 351 Euro im Monat bekommen. Am schlimmsten finde ich, daß die Autoren dieses Kochbuchs für Arme, Kurt Meier und Uwe Glinka, selbst erwerbslos sind. Sie haben sogar Landfrauen angeschrieben, ihnen ihre Rezepte aus den Hungerjahren nach dem Krieg zuzuschicken. Soweit sind wir also schon; so eng sollen wir unseren Gürtel schnallen!

Hartz-IV-Bezieher haben außerdem so wenig Geld, daß sie sich die 3,95 Euro für das Buch vom Munde absparen müßten.

Zeitweise konnte man das Kochbuch ...




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