30.01.2009 / Ausland / Seite 2

»Kontrollpunkte verletzen die Menschenrechte«

Israelische Menschenrechtsaktivistin wünscht sich stärkeren internationalen Druck auf ihr Land. Ein Gespräch mit Ronni Hammermann

Johannes Zang
Ronni Hammermann ist Mitglied der israelischen Menschenrechtsgruppe Checkpoint Watch. Der Organi­sation gehören etwa 400 Friedensaktivistinnen an, von denen viele Tag für Tag Dienst als Beobachterinnen an den Hauptkontrollpunkten im palästinen­sischen Westjordanland tun.

OCHA (Office for the Coordination of Humanitarian Affairs), eine Agentur der Vereinten Nationen, hat in seiner letzten Erhebung 630 Straßensperren im Westjordanland gezählt, davon 93 bemannte Kontrollpunkte. Was kritisieren Sie an diesen Sperren?

Schon deren bloße Existenz ist eine Menschenrechtsverletzung. Es ist nicht einzusehen, daß zwischen einer palästinensischen Stadt wie Nablus und ihrer Vorstadt Huwwara ein riesiger Kontrollpunkt eingerichtet wurde. 85 Prozent aller bemannten Checkpoints sind intern, das heißt, sie liegen innerhalb des Westjordanlandes und trennen Palästinenser von Palästinensern. Und um diese Grenzstellen überqueren zu können, brauchen die Menschen Genehmigunge...

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