24.01.2009 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Kein anderer Text war politisch wirkungsmächtiger«

Gespräch mit Raoul Schrott. Über die Aktualität der Ilias, Homers Heimat und die Aufgabe der Literatur als Vermittlerin zwischen den Kulturen

Thomas Wagner
Raoul Schrott (geb. 1964 in Landeck, Tirol) ist Autor und Herausgeber von Romanen, Gedichten und Essays. Er arbeitet als Literaturwissenschaftler und Übersetzer und übertrug u. a. die »Bakchen« des Euripides, das Gilgamesh-Epos und Homers »Ilias« ins Deutsche. Mit seinen Thesen zu »Homers Heimat« löste er 2008 eine Kontroverse in Feuilletons und Fachwelt aus. Seine Ilias-Übersetzung ist Grundlage für das in der Regie von Klaus Buhlert im Auftrag des Hessischen Rundfunks, des Hörverlags und des Deutschlandfunks entstandene Hörspiel »Ilias« (2008).

Sie haben die Ilias ins Deutsche übertragen. Wie ist es dazu gekommen?

Eigentlich hätte ich lieber die Odyssee übersetzen wollen, das wäre meinem Naturell mehr entgegengekommen. Als der Hessische Rundfunk dann fragte, ob ich nicht Lust hätte, die Ilias zu übersetzen, dachte ich zunächst: »Pfui Deibel, dieses Schlachtengemälde, wo einer dem anderen permanent den Speer in den Bauch jagt.« Womit ich bloß jenes V...

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