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15.01.2009 / 73 / Seite 15

Nachtschicht am Kueyen

Fernrohre gibt es seit 400 Jahren. Das leistungsfähigste steht heute in der chilenischen Atacamawüste. Eine Reportage

Christian Wolter
Der Flug von Santiago ins 1000 Kilometer nördlich gelegene Antofagasta folgt exakt der Küstenlinie. Von meinem Fensterplatz aus sehe ich die weichen rostbraunen Wellen der Atacamawüste, in der Ferne die weiße Säge der Andenriesen. Links wolkenverhangen der Pazifik. Nur minutenweise driftet die Boing 737 weit genug übers Meer für Blicke auf Buchten, Strand und Brandung. Weil der Humboldtstrom kalt ist, kann die Luft extrem wenig Feuchtigkeit transportieren. Kaum eine Pflanze, kein Tier hat hier eine Chance. Nur eine Spezies findet bei nahezu 350 klaren Nächten im Jahr ihr Eldorado: die Astronomen.

Der Steward beugt sich in meine Sitzreihe. »The Pilot tells you, two minutes to Paranal«. Beim Einsteigen hatte ich gefragt, von welcher Bordseite aus die neue Sternwarte auf dem Cerro Paranal zu sehen sei.

Vergangenheit und Zukunft der europäischen Astronomie trennen in Chile 400 Kilometer. Vor einer halben Flugstunde waren ins nachmittägliche Andenvorland einges...



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