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10.01.2009 / Ausland / Seite 9

Verhaftung im Nachtzug

Flüchtling droht Abschiebung: Wiener Behörden als Handlanger der Türkei?

Samuel Stuhlpfarrer, Graz
Es sollte wie jedes Jahr sein. Mesut Tunc fuhr mit seiner Familie während der Feiertage nach Wien, um Verwandte zu besuchen. Auf dem Rückweg in die Schweiz, wo er seit 2005 als anerkannter politischer Flüchtling lebt, wird der mutmaßliche DHKP-C-Aktivist verhaftet. Im Falle einer Abschiebung in die Türkei drohen ihm nun Haft und Folter. Es wäre nicht das erste Mal.

Wien am 3. Januar gegen 21.50 Uhr: Tunc, seine Frau Sati und die gemeinsamen Töchter Delal (2) und Anita Shilan (4) sitzen im EuroNight »Wiener Walzer« Richtung Zürich. Man legt die Kinder zum Schlafen nieder. Plötzlich stoppt der Zug und macht kehrt. Zurück am Westbahnhof steigen fünf Beamte der Unterstützungsgruppe des Grenzdienstes (USG) zu. Gegen 23.10 Uhr fährt der Zug erneut ab, 40 Minuten später öffnen Beamte die Tür zum Abteil der Familie und verlangen die Pässe. »Mesut Tunc, aufstehen«, raunt einer der Männer in schroffem Ton. Man nimmt Tunc aufgrund eines Auslieferungsverlangens der Tü...

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