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02.01.2009 / Feminismus / Seite 15

Kein Abschreckungseffekt

Sule Eisele wurde nach Geburt ihres Kindes beruflich kaltgestellt. Gericht räumte Diskriminierung ein, gewährte aber nur 10800 Euro Schadenersatz

Jana Frielinghaus
In den Leserkommentaren der Frankfurter Allgemeinen wurde das Urteil mit einhelliger Genugtuung aufgenommen, die Existenz des im August 2006 in Kraft getretenen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), auch Antidiskriminierungsgesetz genannt, dagegen als »Sozialismus« gebrandmarkt.

Was war geschehen? Eine Frau hatte sich erdreistet, von ihrem »Arbeitgeber«, der R+V-Versicherung, eine halbe Million Euro Entschädigung nicht etwa für eine Entlassung, sondern »lediglich« dafür zu verlangen, daß sie beruflich erheblich schlechter- und in Sachen Karriere kaltgestellt worden ist. Nicht, weil nachlassende Leistungen dergleichen gerechtfertigt hätten, sondern weil sie ein Kind bekam und nach dessen Geburt nicht, wie es die gesellschaftliche »Norm« im Oberschwäbischen vorsieht, für längere Zeit aus dem Beruf aussteigen wollte. Nein, als Alleinernährerin ihrer nun vierköpfigen Familie wollte sie nach der Mutterschutzfrist wieder voll einsteigen. Die Quittung dafü...

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