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29.12.2008 / Feuilleton / Seite 12

Zum Tod von Harold Pinter

Karin Lembke
Harold Pinter war der einflußreichste, provokativste und poetischste Bühnenschriftsteller seiner Generation, und einzig Samuel Beckett kann ihm im 20. Jahrhundert Konkurrenz machen. Heiligabend starb der Nobelpreisträger von 2005 im Alter von 78 Jahren an einem langjährigen Krebsleiden.

Pinter wurde am 10. Oktober 1930 als einziges Kind eines jüdischen Schneiders im Ost-Londoner Stadtteil Hackney geboren. Als Junge unterhielt er sich mit eingebildeten Freunden und erlebte die schweren Bombenangriffe der Deutschen während des Zweiten Weltkriegs in London mit all ihren Folgen: Die Einsamkeit verstörter Individuen unter dem Terrorregime der Angst prägten Pinters Schreiben bereits sehr früh. Der leidenschaftliche Leser wollte zunächst jedoch Schauspieler werden. An der Schauspielschule, für die er ein Stipendium ergatterte, hielt er es jedoch nicht lange aus. 1948 verweigerte er den Militärdienst, ein damals kafkaesk anmutendes Prozedere. Spätestens seit dies...

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