Der Schwarze Kanal: »Verkommen«
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15.12.2008 / Inland / Seite 2

»Ein so krasser Fall ist mir noch nicht begegnet«

Ein Busunternehmen im Münsterland zahlt Stundenlöhne unter zwei Euro. Ein Gespräch mit Werner Linnemann

Ralf Wurzbacher
Werner Linnemann ist Geschäftsführer des Bezirks Herford-Minden-Lippe der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di

Sie haben Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen die »Schulbusse Sonnenschein OHG« mit Sitz in Warendorf bei Münster wegen Lohnwuchers erhoben. Was werfen Sie der Firma konkret vor?

Sie zahlt eindeutig sittenwidrige Löhne. Wir wissen von Fällen, in denen die Beschäftigten mit Stundenlöhnen von unter zwei Euro abgespeist werden. Ein derart krasser Fall von Lohndumping ist mir in den langen Jahren meiner Gewerkschaftstätigkeit wirklich noch nicht begegnet.

In der Presse war immerhin von Löhnen von knapp unter vier Euro die Rede. Wie kommen Sie auf die Hälfte dieses Betrags?

Uns liegen Arbeitsverträge Betroffener vor, die für eine bestimmte Zahl an Fahrtstunden 240 bzw. 250 Euro monatlich erhalten. Daraus ergibt sich auf dem Papier ein Stundenlohn von 3,71 Euro. Die Firma ist auf die Beförderung von behinderten Kindern spezialis...

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