13.12.2008 / Thema / Seite 10

Evangelisierungsmission

Ökonomische Turbulenzen und ideologische Herrschaft. Teil I: Das ideologische Profil des Neoliberalismus

Erich Hahn
In der Bundestagssitzung am 25. September dieses Jahres stand die Zuspitzung der Finanzkrise ein erstes Mal zur Debatte. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) sprach von einem »Erdbeben mit unvorstellbaren Wertberichtigungen«; dagegen forderte der Vorsitzende der Fraktion Die Linke eine »geistig-moralische Umorientierung der Gesellschaft«.

Dies mag verwundern. War es doch in den letzten Jahrzehnten das Privileg der Herrschenden, von Zeit zu Zeit geistige oder moralische Wenden einzufordern, wenn es darum ging, diese oder jene Störung im System zu reparieren. Während die Rolle von Linken traditionell eher darin gesehen werden kann, Krisenerscheinungen auf die Grundlagen des Systems selbst zurückzuführen und dessen Veränderung anzumahnen. Es soll hier nicht über die Erfolgsaussichten von Lafontaines Vorschlag spekuliert werden. Immerhin warnte der Spiegel im Heft 40/2008 schon mal: »Moral kann man nicht verordnen!«

Wohl niemand hegt die Illusion, daß die Gebre...



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