03.12.2008 / Inland / Seite 2

»Tarifforderungen sind an der Basis entstanden«

Die GDL verlangt neben 6,5 Prozent mehr Lohn deutlich bessere Arbeitszeitregelungen. Ein Gespräch mit Claus Weselsky

Rainer Balcerowiak
Claus Weselsky ist Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer

Sie gehen mit einer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in die Tarifrunde bei der Bahn AG. Was hat Sie veranlaßt, deutlich unter den Forderungen der konkurrierenden Bahngewerkschaften zu bleiben?

Ich denke, die GDL hat hier nicht nur der Tatsache Rechnung getragen, daß wir in der vergangenen Tarifrunde ein neues Entgeltsystem mit elf Prozent Lohnsteigerung vereinbart und darauf aufbauend natürlich eine höhere Basis für unsere Kolleginnen und Kollegen haben. Wir haben auch die gesamtwirtschaftliche Situation mit im Blick.

Gerade angesichts der drohenden Rezession und der schwächelnden Binnenkonjunktur fordern ja nicht wenige Ökonomen einen kräftigen Schluck aus der Lohnpulle.

Ich möchte mich nicht dazu äußern, was Ökonomen angesichts dessen, was gesamtwirtschaftlich zur Zeit zum Tragen kommt, für Thesen aufstellen. Wir haben für uns als Gewerkschaft zu bewerten,...

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