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27.11.2008 / Schwerpunkt / Seite 3

Kampf um Arbeit

Warum eine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einstellen, wenn es auch ehrenamtlich geht? Ein Fall aus Frankfurt am Main

Gitta Düperthal
Sie ist ideenreich, sprühend intelligent und Akademikerin. Das erste Staatsexamen hat sie in Chemie, Politik und Germanistik. Dennoch mußte Karla Mundt sich im vergangenen Jahr mit einem Ein-Euro-Job in der Bibliothek der Ackermann-Grundschule im Frankfurter Gallus-Viertel zufriedengeben. So gab es wenigstens 197,70 Euro zusätzlich zum monatlichen Hartz-IV-Betrag von 351 Euro. Außerdem arbeitet die 54jährige gern – hat es ihr Leben lang getan. Die Zeiten, in denen es noch anständig bezahlte akademische Arbeit, etwa als ABM-Kraft im Frankfurter Casa Cultura in der Bibliothek gab, sind vorbei. Aber die zu 50 Prozent Schwerbehinderte ist keine, die klagt, oder lange durchhängt. Im Juni war sie dann allerdings ziemlich verzweifelt. Ihr Ein-Euro-Job in der Ackermann-Schule war nach einem Jahr ausgelaufen und Karla Mundt wieder zur Untätigkeit verdammt. Außerdem fehlte das Geld. Doch sie hatte eine prima Idee: Die Ackermann-Schule hat kein Geld, eine sozialvers...

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