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07.11.2008 / Inland / Seite 5

Antifa darf mit Kreide malen

Fürther Nazigegner in Berufungsverfahren freigesprochen. Parolen waren abwaschbar

Johann Heckel, Nürnberg
»Solche Sicherheitsvorkehrungen habe ich zuletzt bei PKK-Prozessen vor zehn Jahren erlebt«, kommentierte Verteidiger Manfred Hörner die Einschüchterungsversuche vor Beginn des sogenannten Kreideprozesses am Mittwoch. Am Ende mußte das Landgericht Nürnberg vier junge Antifaschisten im Berufungsverfahren freisprechen. In erster Instanz waren die vier wegen Sachbeschädigung bzw. Beihilfe zu hohen Strafen verurteilt worden. Ihr Vergehen: Sie sollen mit Straßenmalkreide antifaschistische Parolen an Hauswände gemalt haben.

Metalldetektoren, SEK-Beamte mit Kameras, pöbelnde Gerichtsdiener – wer in den Verhandlungssaal wollte, mußte sich einiges gefallen lassen. Jede einzelne Jackentasche wurde gefilzt, jedes Flugblatt konfisziert. Bei über 50 Interessierten konnte die Verhandlung so erst mit 45 Minuten Verspätung beginnen. Die insgesamt sechs Zeugen machten dann teils widersprüchliche Aussagen, der Hauptbelastungszeuge konnte sich nicht einmal daran erinnern, ob ...

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