06.11.2008 / Thema / Seite 10

Der zweite Tag

November 1918 in Deutschland: »Die größte aller Revolutionen« – die heute fast vergessen ist und mit der größten Niederlage endete

Klaus Gietinger
»Man kann sie die größte aller Revolutionen nennen, weil niemals eine so fest gebaute, mit soliden Mauern umgebene Bastille so in einem Anlauf genommen wurde.« Mit diesen Worten feierte Theodor Wolff, Chefredakteur des liberalen Berliner Tageblatts, am 10.11.1918 die Revolution, die einen Tag zuvor stattgefunden hatte: Sie ist als Novemberrevolution in die Geschichte eingegangen. In der heutigen Öffentlichkeit spielt sie so gut wie keine Rolle, und auch in historischen Büchern führt sie ein Mauerblümchendasein. Dabei beziehen sich mindestens zwei geschichtliche Ereignisse in Deutschland direkt auf sie: Hitlers und Ludendorffs Versuch, am 9.11.1923 das Ganze wieder umzukehren, und, als dies 1933 gelungen war, am 9.11.1938 den Juden jegliche Schuld in die Schuhe zu schieben und sie dafür – einstweilig – mit einem großen Pogrom büßen zu lassen.

Gegen den Krieg

Der 9.11.1918 war fast unblutig verlaufen. Doch Wolffs Namensvetter, der Dramatiker Friedrich W...

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