Der Schwarze Kanal
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05.11.2008 / Feuilleton / Seite 13

Aus der Asche

Stille Hilfe überall: Zu den Traditionslinien im Prozeß gegen den Gebirgsjäger Josef Scheungraber

Markus Mohr
Derzeit läuft vor dem Münchner Landgericht der Mordprozeß gegen den Gebirgsjäger Josef Eduard Scheungraber. Der Wehrmachtsleutnant ist angeklagt, am 27. Juni 1944 als Chef der 1. Kompanie des Gebirgspionierbataillons 818 zusammen mit dem Bataillonskommandeur Herbert Stommel ein Massaker in der Toskana befohlen zu haben. Nachdem zwei deutsche Soldaten von Partisanen erschossen worden waren, starben vierzehn Bewohner der Ortschaft Falzano di Cortona, nur ein damals 15jähriger Junge überlebte das Blutbad.

Die Eröffnung dieses Strafverfahrens ist auf die sehr späten Bemühungen der italienischen Justiz zurückzuführen. Schon kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatten die Westallierten die wesentlichen Anklagepunkte ermittelt. Doch ein Prozeß wurde erst verzögert und dann endgültig abgeblasen, als Mitte der 50er sich der Außenminister Gaetano Martino und Verteidigungsminister Emilio Taviani darauf einigten, im Zusammenhang mit dem geplanten Beitritt der Bun...

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