17.09.2008 / Feuilleton / Seite 13

Mit vielen Stimmen

Er legte einen Waldbrand, wenn er Spiegeleier braten wollte: Zum Tod des Schriftstellers David Foster Wallace

Frank Schäfer
David Foster Wallace, der ehemalige Tennisprofi und poeta doctus, der Mann mit der Bandana, war ein kreativer Wortpuzzler und noch dazu begnadeter Stimmen­imitator, der zwischen den unterschiedlichsten Jargons und Sprachregistern hin und her zu springen vermochte, ohne dabei an Glaubwürdigkeit zu verlieren. Er mimte den notgeilen Teppichvertreter genauso überzeugend wie den höflichen, akkuraten, intelligenten Bondage-Perversling oder den alerten Krüppel, der mit der Mitleidstour »Mösen ohne Ende« bekommt ... und so weiter. Möglicherweise hört sich das zeitgenössische Amerika tatsächlich so an wie dieser dissonante Chor, der einem aus Wallaces Geschichten entgegenschreit.

Aber in der Vielstimmigkeit und sehr exponierten Virtuosität lag auch immer ein bißchen die Gefahr seines Schreibens. Nicht in allen Geschichten, die in vier Bänden beim Kölner Verlag Kiepenheuer & Witsch in deutscher Übersetzung erschienen sind, hat er sein Können zwingend in den Dien...

Artikel-Länge: 3927 Zeichen

Zum Aufrufen dieser Seite ist ein Onlineabo erforderlich

Jetzt die junge Welt abonnieren und Zugriff auf alle Artikel erhalten!

Bitte einloggen

Hilfe und Informationen

Abo abschließen

Welche Vorteile bietet ein Onlineabo?

  • Zugriff auf das Archiv seit 1997, alle Artikel und Recherchewerkzeuge.
  • E-Mail-Abo im Text-, HTML- oder E-Pub-Format.
  • Zugriff auf Seiten im PDF-Format.
  • Verwalten eigener Lesezeichen.

Zur aktuellen Ausgabe