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11.09.2008 / Thema / Seite 10

Das Ende der Freiheit

Der ganz andere 11. September. Zwei Literaturnobelpreisträger über den US-Staatsterrorismus in Chile

Klaus Huhn
Eine Nachricht sorgte unlängst in Chile für Schlagzeilen. In Deutschland lieferte sie nur dürftige Meldungen: Ein Gericht in Santiago de Chile hatte am 30. Juni 2008 Manuel Contreras zu zweimal lebenslanger Haft verurteilt, nachdem er in vorangegangenen Prozessen bereits zu mehr als 200 Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Der chilenische Justizminister nannte das Urteil einen wichtigen Erfolg für die Gerechtigkeit.

Der Mord, für den man Contreras verurteilte, war auf seine Weisung vor 34 Jahren verübt worden, und zwar in Argentinien: Der 1973 nach der Ermordung von Chiles Präsident Salvador Allende nach Buenos Aires geflohene frühere chilenische Armeechef Carlos Prats und seine Frau waren dort 1974 durch eine Autobombe getötet worden.

Aber auch die rund 260 Jahre Haft für Contreras haben in Chile kaum Illusionen darüber aufkommen lassen, daß der Geheimdienstchef im Grunde nur ein Befehlsempfänger des Weißen Hauses in Washington gewesen war. Wenn heute...



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