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21.08.2008 / 73 / Seite 15

Gemachtes Leben

Für Christoph Then ist die Biotechnologie in der Krise – auch nach ihren eigenen Maßstäben

Matthias Becker
Im Jahr 1899 erhöhte der deutsche Biologe Jacques Loeb den Salzgehalt einer Lösung, in der Eier von Seeigeln schwammen. Dieser biochemische Reiz führte dazu, daß die Eier ohne Befruchtung mit der Zellteilung begannen – für Loeb der Beweis, daß das Leben kein Geheimnis in sich trage, sondern sich auf physikalisch-chemische Prozesse reduzieren und künstlich erzeugen lasse. Allerdings verliefen die weiteren Experimente Loebs zur Schaffung von Belebtem aus Unbelebtem im Sand.

Für den Tierarzt und Gentechnik-Kritiker Christoph Then, bei Greenpeace aktiv und Autor des Buches »Dolly ist tot«, ist Loeb der Ahnherr der heutigen Biotechnologen. Loeb vermutete, daß die Chromosomen im Zellkern die entscheidende Rolle bei der Vererbung spielen. 1953 entwickelten Francis Crick und James Watson ihr Modell der DNA-Fäden als »Doppelhelix«, als gewundene parallele Kette. Dieses Bild lieferte die Grundlage für eine strikt lineare Vorstellung von Vererbung. Bestimmte Abschnit...

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