Gegründet 1947 Dienstag, 19. Februar 2019, Nr. 42
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
18.08.2008 / Inland / Seite 4

Das Wasser kam mit einem Knall

Seit 20 Jahren dringt Lauge in das Atomlager Asse. Verbleib der Füssigkeit unbekannt

Reimar Paul
Das Wasser kam mit Getöse. Vor genau 20 Jahren, am 17. August 1988, vernahm Grubensteiger Gärtner im Bergwerk Asse um etwa 13 Uhr einen dumpfenKnall; von der Decke einer Kammer in 725 Meter Tiefe rieselte plötzlich Salz. Amtliche Aufzeichnungen registrierten für 13.13 Uhr ein »geophysikalisches Ereignis«. Zwei Tage später, am 19. August, entdeckten Fahrsteiger Schauermann und Markscheider Hensel auf der Suche nach den Ursachen und Folgen des Knalls in der Kammer 5 auf der 553-Meter-Sohle ein starkes Tropfen.

Spätestens seit diesem Zeitpunkt also dringt Wasser, genauer: eine mit Magnesiumchlorid gesättigte Lauge in das Bergwerk, in dem zwischen 1967 und 1978 rund 126000 Fässer mit radioaktivem Müll gelagert wurden. Der Laugenzufluß ist seit Jahren konstant, täglich sind es etwa zwölf Kubikmeter. Die Flüssigkeit quillt durch das Deckgebirge, doch woher sie stammt, ist immer noch unklar. Zudem sorgen Zuflüsse in tieferen Bereichen des Lagers für Unruhe, denn...

Artikel-Länge: 3522 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen
Bitte einloggen
Hilfe bei Einlog-Problemen

Abo abschließen

Gedruckt

Printabo

Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Online

Onlineabo

24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €

Verschenken

Geschenkabo

Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €