16.08.2008 / Ansichten / Seite 8

Massenvertreibung

Im Schatten der Kaukasus-Krise

Knut Mellenthin
Während Rußlands Reaktion auf die georgische Aggression gegen Südossetien seit einer Woche zentrales Thema der Medien ist, spielen sich kaum beachtet im Nordwesten Pakistans menschliche Tragödien von wohl noch größerem Umfang und nicht weniger großer politischer Tragweite ab. Am neunten Tag einer militärischen Strafexpedition gegen den Bezirk Bajaur in den sogenannten Stammesgebieten befanden sich am Freitag über 100000 Menschen auf der Flucht. Die genaue Zahl kennt niemand, worin sich zugleich die Tatsache widerspiegelt, daß es keine organisierte Betreuung der Flüchtenden und Vertriebenen gibt. Die englischsprachige pakistanische Tageszeitung The News sprach am Freitag von »Hundertttausenden« auf der Flucht. Die Nachrichtenagenturen gaben die Zahl unter Berufung auf den Gouverneur der Nordwestprovinz, in deren Hauptstadt Peschawar sich Zehntausende geflüchtet haben, mit rund 219000 an.

Viele mußten ihren gesamten B...

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