Gegründet 1947 Dienstag, 15. Oktober 2019, Nr. 239
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16.08.2008 / Wochenendbeilage / Seite 6 (Beilage)

Über das Bürgertum I

Reinhard Jellen
So ist es halt in der bürgerlichen Gesellschaft: Auf der einen Seite braucht man ethisch-moralische Standards, um einigermaßen miteinander leben zu können. Andererseits wird diese Moral demontiert, weil sie der Erwirtschaftung von Profiten hinderlich ist, und drittens wird sie dann von Politik, Medien und anderen Sittenpfaffen eingefordert, wenn sich jene, welche zu den Verlierern dieser Entwicklung zählen, nicht an die vorgeschriebenen Maßstäbe halten. Die Moral wird also in der bürgerlichen Gesellschaft gleichzeitig erzeugt und grundlegend negiert. Einerseits wird die Parole ausgegeben, man könne ohne Rücksicht aufeinander nicht zusammenleben, der Zusammenhang aber, daß es im Regelfall genau die Politiker sind, die die Grundlagen dafür geschaffen haben, daß der Laden auseinanderbricht, wird in den Medien verschwiegen. Wenn ein Viertel der Kinder auf Sozialhilfeniveau ihr Dasein fristen müssen und sehen, daß es Menschen gibt, die in Saus und Braus leben,...

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