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15.08.2008 / Titel / Seite 1

Willkür bis zum Schluß

Ralf Wurzbacher
Die Arbeitsgemeinschaft (­ARGE) Rhein-Sieg droht einem 50jährigen Arbeitslosen mit Abschiebung in ein Obdachlosenheim, weil sie für den Mietanteil seines verstorbenen Mitbewohners nicht einmal übergangsweise aufkommen will. Da sogenannter angemessener Wohnraum für Hartz-IV-Empfänger im Rhein-Sieg-Kreis rar ist, war der gelernte Bürokaufmann Achim H. Ende Juli beim zuständigen Amt in Troisdorf nahe Köln mit der Bitte um eine vorübergehende Kostenübernahme für die Dauer der Wohnungssuche vorstellig geworden. Zunächst erhielt er dafür auch grünes Licht. Nach einer Auseinandersetzung mit der zuständigen Sachbearbeiterin im Verlauf des Antragsverfahrens erreichte ihn dieser Tage schließlich doch eine Absage.

Darin steht geschrieben: »Sie sind allein lebend und bei drohender Wohnungslosigkeit wäre eine Unterbringung jederzeit möglich und von Ihnen in Kauf zu nehmen.« Für Achim H. ist das eine »unmißverständliche Ansage, mich in irgendein Heim zu stecken«, sagte...

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