14.08.2008 / Wissenschaft & Umwelt / Seite 15

Keinesfalls harmlos

Der Einsatz von Pfefferspray kann zu gesundheitlichen Schädigungen und sogar zum Tod führen

Torsten Seelig und Markus Bernhardt
Die bundesdeutsche Polizei gefährdet Demonstrationsteilnehmer durch den zunehmend willkürlichen Einsatz von Pfefferspray. Dessen Wirkstoff Capsaicin (8-methyl- vanillin-6-nonenamid) und chemisch verwandte Stoffe sind identisch mit den Scharfmachern in Paprikaund Chilischoten. Ihren Effekt beim Menschen rufen sie durch Freisetzung von Botenstoffen hervor, die an den Nervenendigungen vorkommen, die der Wahrnehmung von Schmerz und Wärme dienen. Auch bei Rheumasalben und Wärmepflastern wird diese Wirkung genutzt, da die genannten Stoffe einen Wärmereiz simulieren, der zu einer erheblichen Durchblutungssteigerung auch in tieferen Gewebeschichten führt. Bei sorgsamer Dosierung lösen diese Präparate keinen Schmerz aus und haben durchaus eine therapeutische Wirkung. Durch die stetige Freisetzung der Botenstoffe werden diese aufgebraucht, und eine Schmerzstillung setzt ein. Pfefferspray setzt dagegen innerhalb von Sekunden eine große Menge von Botenstoffen frei, w...

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