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26.07.2008 / Feuilleton / Seite 13

Filmtobak

Die Zigarette danach (30)

Peer Schmitt
Man kennt das Diktum, die Religion sei Opium für das Volk. Dziga Vertov (Dsiga Wertow), einer der noch heute bekanntesten Filmemacher und -theoretiker der frühen sowjetischen Avantgarde, wandelte es leicht ab und behauptete, das konventionelle Filmdrama sei Opium für das Volk.

Der Vergleich zwischen der Rezeption von Kultur und Drogenkonsum bzw. schlicht und allgemein der Vergiftung ist ein einschlägiger Kunstgriff der Polemik (Nietzsche z.B. verglich die Musik Wagners mit Opium).

Um den betäubenden Wegwerfcharakter der Konsumware Film zu betonen, benutzte Vertov in seinem Aufsatz »Kinoglaz« von 1926 eine vielleicht weniger drastische, aber nicht weniger suchterzeugende Analogie – die zur industriell hergestellten Kippe – und präsentierte im gleichen Zug das Gegengift: sein Konzept eines materialistischen Dokumentarfilms:

»Auf den ständigen Besucher der Filmtheater wirkt das normale Kunstdrama wie die...





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