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03.07.2008 / Ansichten / Seite 8

Eigentum verpflichtet

Investor schlägt Redaktion

Jörn Boewe
Die unternehmerischen Interessen eines Zeitungsverlegers stehen über den Ansprüchen angestellter Journalisten auf redaktionelle Unabhängigkeit. Ob der Verleger publizistische oder politische Ziele welcher Couleur auch immer verfolgt, oder ob er lediglich an einer möglichst hohen Nettokapitalrendite interessiert ist, spielt dabei keine Rolle. Kein Verlagsbesitzer kann gezwungen werden, eine gute Zeitung zu machen, genausowenig wie man einem Unternehmer verbieten kann, dumme Entscheidungen zu fällen, seinen Laden dichtzumachen oder sein Geld zu verbrennen, solange er dabei nicht gegen Brandschutzbestimmungen verstößt. Das ist die geltende Rechtslage, und, wenig überraschend, hat das Arbeitsgericht Berlin sie am Mittwoch noch einmal bestätigt: Der Berliner Verlag darf zum Chefredakteur seiner Berliner Zeitung ernennen, wen immer er will, und sei es den eigenen Geschäftsführer.

So wird Josef Depenbrock, Vertrauensmann des Finanzinvestors Dav...

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