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03.07.2008 / 73 / Seite 15

Der Zappelphilipp als Nomade

Vom Überlebensvorteil zur Krankheit: Neue anthropologische Erkenntnisse zum AD(H)S-Syndrom

Frank Ufen
Ständige Unruhe und ständiger Bewegungsdrang, emotionale Unberechenbarkeit, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen – das sind die typischen Symptome des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndroms (ADHS). Ob dieses Syndrom zurecht als Krankheit gilt, die mit Medikamenten behandelt werden muß, ist heftig umstritten. Sicher ist nur, daß die Störung bis zu einem gewissen Grad genetisch bedingt ist und daß in der westlichen Welt bis zu neun Prozent der Kinder im Grundschulalter unter ihr leiden. Diese beiden Umstände lassen vermuten, daß es irgendwann in der menschlichen Evolutionsgeschichte von Vorteil im Überlebenskampf gewesen sein könnte, für dieses Syndrom veranlagt zu sein.

Darauf, daß es sich tatsächlich genauso verhält, deuten Befunde hin, zu denen der US-amerikanische Anthropologe Dan Eisenberg (Northwestern University in Evanston) und seine Mitarbeiter gelangt sind. Sie berichten über ihre Forschungsergebnisse in der jüngsten Ausgabe des...

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