13.06.2008 / Ausland / Seite 7

Schuldig: Deutschland und Daimler

Spätes Recht für Nazi-Zwangsarbeiter. Urteil von Italiens oberstem Zivilgericht

Micaela Taroni, Rom
Franco Siccardi, der während des Zweiten Weltkriegs als 16jähriger aus Italien verschleppt und in Deutschland als Zwangsarbeiter eingesetzt wurde, fehlt es nicht an Ironie. Bürokoratische Hemmnisse zu überwinden, um ein Schadensersatzverfahren durchzusetzen, sei »noch mühevoller als die Zwangsarbeit in einem deutschen Nazilager«. Das Urteil des Kassationsgerichts in Rom, das vergangene Woche die Klagen von Siccardi und etwa 50 ehemaligen Zwangsarbeitern wegen ihrer Leiden als legitim erklärt hat, sind für ihn ein bittersüßer Erfolg.
»Ja, wir haben es geschafft. Doch für dieses Resultat haben wir jahrelang kämpfen müssen«, sagt der heute 80jährige Mann, der im Juni 1944 von deutschen Soldaten auf dem Hauptplatz seines Heimatorts im Susa-Tal bei Turin als »Vergeltung« für einen Partisanenanschlag festgenommen worden war. »Dann haben sie mich nach Turin gefahren, geschlagen und gefoltert und mich mit den anderen aus dem Susa-Tal im Eisenbahnwaggon abtranspor...

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