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13.06.2008 / Inland / Seite 8

»Dafür fehlt noch uns noch ein Alternativbegriff«

Seit kurzem melden sich vermehrt Deutsche als Opfer rassistischer Übergriffe bei Beratungsstellen. Ein Gespräch mit Timo Lange

Claudia Wangerin
Timo Lange ist Mitarbeiter der Beratungsstelle »Reachout« für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Berlin

Wann haben Sie zum ersten Mal mitbekommen, daß sich Deutsche bei Ihrer Beratungsstelle melden, die sich als Opfer rassistischer Übergriffe sehen?

Der Betroffene beklagte sich per E-Mail darüber. Es ging um Beschimpfungen als »Scheißdeutscher« und eine kleine Handgreiflichkeit. Das Opfer fand dafür den Begriff »Quasi-Rassismus«. Der Mann war sichtlich aufgewühlt und wollte wissen, was Reachout dazu meint.

Waren die Mitarbeiter der Beratungsstelle damit überfordert?

Wir überlegten erst einmal, wie wir das einordnen sollen und wie wir darauf reagieren können. Wir haben dann schließlich einen Dialog-Tisch organisiert, an dem im Rahmen der »Tage des interkulturellen Dialogs 2007« einige Leute – z. B. Anwohner rund um das Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg – von ihren Erfahrungen auf der Straße berichten konnten. Einige waren scho...

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