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13.06.2008 / Feminismus / Seite 15

Rastlos in Rahnsdorf

Die Bildhauerin Ingeborg Hunzinger arbeitet an einem neuen Werk – einer Rosa-Luxemburg-Skulptur. An Ruhestand ist für die 93jährige nicht zu denken

Kathrin Hedtke, ddp
Ingeborg Hunzinger stützt sich mit beiden Händen auf ihren Krückstock und starrt wütend die halbfertige Tonfigur an. Eine lebensgroße Skulptur von Rosa Luxemburg (1871–1919), das sollte die Krönung ihres Lebenswerkes werden. Doch die Künstlerin ist nicht zufrieden: Die Füße sind ihr zu groß, die Schultern zu breit. »So ein dickes Ei, furchtbar!«, schimpft sie. Ihre Jahre merkt man der temperamentvollen 93jährigen nicht an. Sie sticht mit einem spitzen Messer in den Ton, der Körper soll schlanker werden. Schließlich sei Rosa sehr eitel gewesen. Einen breiten Hut will sie ihr noch modellieren und das Kleid später mit Blumen bemalen.

Die Künstlerin kramt ein vergilbtes Bild der Revolutionärin hervor und betrachtet es aufmerksam. »Rosa ist mein Schwarm, sie war eine tolle Frau«, sagt sie. Sie habe für eine gerechtere Welt gekämpft und sei für ihre Idee gestorben. Von der Notwendigkeit einer sozialistischen Veränderung der Gesellschaft ist auch Hunzinger überze...

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