31.05.2008 / Geschichte / Seite 15

Ende der Rationierung

Die Abschaffung der Lebensmittelkarten in der DDR am 29. Mai 1958

Jörg Roesler
Der Leser der Berliner Morgenpost, der, wie sie selbst titulierte »größten Zeitung des freien Berlin«, erfuhr in der Ausgabe vom 30. Mai: »Der erste ›markenfreie Tag‹ in Ostberlin wurde gestern zu einer großen Enttäuschung für die Hausfrauen. Denn diesen ›Wolkenflug‹ der Preise hatten die Ostberliner nach der Aufhebung der Lebensmittelrationierung nicht erwartet.« Die Abschaffung der Karten, so mußte der Leser schlußfolgern, war der Vorwand für drastische Preiserhöhungen bei Lebensmitteln gewesen.

Aber es kam laut Morgenpost für die Ostberliner noch schlimmer. Selbst wer bereit war, die angeblich stark erhöhten Preise zu zahlen, »mußte oft mit leerer Einkaufstasche nach Hause gehen. In den Schaufenstern der Staatsläden sah man mehr Propagandaparolen als Lebensmittel«. Kein Wunder also, daß die Ostberliner »sorgenvoll die einheitlichen Preise betrachteten«, die sich aus der Zusammenlegung von niedrigeren Karten- und höheren HO-Preisen ergaben. Doch wer sein...

Artikel-Länge: 8840 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe