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28.05.2008 / Titel / Seite 1

Späte Anklagen in Chile

Timo Berger
Die chilenischen Behörden haben Haftbefehle gegen fast 100 ehemalige Militärangehörige und Geheimdienstagenten erlassen. Ihnen wird vorgeworfen, Mitte der 70er Jahre an der Verschleppung und Ermordung von 119 linken Oppositionspolitikern im Rahmen der »Operation Colombo« bzw. an der Vertuschung dieser Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Unter den 98 Angeklagten befindet sich der ehemalige Chef des Geheimdienstes DINA, Exgeneral, Manuel Contreras, der bereits wegen anderer Verbrechen eine Haftstrafe verbüßt. Das Verfahren sei das Ergebnis von »33 Jahren Ermittlungen«, erklärte der zuständige Richter Víctor Montiglio nach der Verkündung der Haftbefehle am Montag (Ortszeit) in Santiago de Chile.

Es handelt sich um die größte juristische Aktion in einem Verfahren wegen Verletzung der Menschenrechte während der Schreckensherrschaft von General Augusto Pinochet (1973–1990). Derzeit sind in Chile 650 Diktaturschergen angeklagt oder bereits verurteilt. Der Pinoc...

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