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17.05.2008 / Thema / Seite 10

Besetzt oder befreit?

Die Minderheitenpolitik der Volksrepublik China in Tibet

Nora Bartels
Lange schon ist Tibet ein Liebling der Mainstreammedien, und das nicht zufällig: Es steht für ein sagenumwobenes, heiliges Land mit einer für den Zeitgeist des sich seiner selbst überdrüssig gewordenen Abendlandes attraktiven Religion, für die Greueltaten des Lieblingsfeinds China und schließlich für den Dalai Lama, der die Herzensgüte selbst zu sein scheint, immer lächelnd und guter Dinge. Doch seit dem 14. März, als die Berichte von den Aufständen in Lhasa uns erreichten, überschlagen sich Zeitungen und Fernsehen geradezu mit der Berichterstattung; kaum eine Meldung, ein Kommentar oder ein Bericht, in dem nicht Kritik an der Verletzung der Menschenrechte, der Auslöschung der tibetischen Kultur und natürlich der unrechtmäßigen Besetzung des Landes thematisiert wird. Die Lage scheint klar, und jeder Journalist hat dazu eine ebenso klare Meinung, die nun Tag für Tag erneut niedergeschrieben wird. – Der offensichtliche Mangel an konkreten Informationen hind...

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