02.05.2008 / Titel / Seite 1

Blutroter Mai in Istanbul

Nico Sandfuchs, Ankara
Der Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler, hat die Maifeiern von türkischen Gewerkschaften, linken Parteien und Nichtregierungsorganisationen auf dem zentralen Taksim-Platz gewaltsam niederschlagen lassen. Bereits in den frühen Morgenstunden gingen Sicherheitskräfte mit Wasserwerfern und Tränengas gegen einzelne Gruppen vor, die sich in den Stadtteilen Sisli und Osmanbey zum Marsch auf den Taksim gesammelt hatten. Vor allem vor der Zentrale der Konföderation Revolutionärer Arbeitergewerkschaften (DISK) in Sisli rückten Polizeikräfte wiederholt gegen mehrere tausend Gewerkschafter vor. Hunderte Menschen wurden verletzt, ein Demonstrant soll laut Augenzeugenberichten eine Schußwunde erlitten haben. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Verletzte selbst noch im nahegelegenen Etfal-Krankenhaus mit Tränengas angegriffen wurden. Nach unterschiedlichen Quellen gab es 500 bis 1000 Festnahmen.

Mit der massiven Repression sollte der Zug zum Taksim-Platz bereits im A...

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